Den Standpunkt überdenken

Mit viel Geduld auf den großen Fang zu warten, ist eine Vorgehensweise, die manchem Übereifrigen gut zu Gesicht stehen würde. Eine solche Lebensanschauung in Bücher einfließen zu lassen, gibt Lesern die Möglichkeit, sie sich in Ruhe zu Gemüt zu führen und daraus Erkenntnisse für ihre eigenen Zwecke zu ziehen. Bücher geben Gelegenheit zur Reflexion, zum Überdenken des eigenen Standpunkts, zur Konfrontation mit den Ansichten anderer, ohne zu Diskussionen führen zu müssen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Greg Schwipps‘ Bücher wühlen die Menschen auf, sie bringen sie dazu, ihre Meinung zu sagen, ihre Ansichten zur Diskussion zu stellen. Dabei hat es doch wenig Provokatives an sich, die Beschaulichkeit des Angelns zum Thema einer literarischen Auseinandersetzung zu machen. Die Helden des Alltags in Amerika gehen immer dann zum Angeln, wenn sie von sich und der Welt die Nase gestrichen voll haben und einfach etwas Abstand brauchen von all dem Trubel und dem mörderischen Stress. Greg Schwipps macht sein Hobby zur Berufung und bringt Menschen dazu, ihre Ansichten zu äußern. Sie müssen es ihm nicht gleichtun, um seine Erfahrungen nachzuvollziehen, sie kommen anhand seiner Bücher zur Einsicht, die ihnen nicht etwa Ruhe vermittelt, sondern den Drang weckt, sich mitzuteilen.

Interessantes